Knutfest in Zeiten des Klimawandels

Ich kann ihn nur jedem "wärmstens" ans Herz legen: den Film "Chasing Ice", der in beeindruckender wie auch bedrückender Weise zeigt, wie es mit unserer Erde im Zeiten des Klimawandels steht. Und zwar nicht durch noch eine Statistik, Hochrechnung oder Interviews von Wissenschaftlern vs. Politikern, sondern ganz eindrücklich durch Zeitraffer-Aufnahmen vom Abschmelzen der Gletscher. Auf der Website der "Extreme Ice Survey" sind einige Videos enthalten.

Das ganze hat mich sehr nachdenklich gemacht und zeitgleich auch entmutigt, denn wie kann man selbst einen Beitrag leisten um dem Klimawandel entgegen zu wirken? Indem man eine alte Glühbirne durch eine LED-Lampe ersetzt wird man wohl kaum etwas an der globalen Erwärmung ändern können. Umso froher war ich, als im Bonus-Teil des Films auch Interviews und Fragen an Mitwirkende enthalten waren, und auch genau diese Frage aufkam. Die einfache wie auch einleuchtende Antwort darauf war: Doch, genau so kann jeder einen kleinen Beitrag leisten! Immerhin kam auch der Klimawandel nicht über Nacht sondern war ein schleichender Prozess seit vielen Jahrzehnten/Jahrhunderten, mit sehr vielen aber kleinen Änderungen (immer mehr Fabriken dank Industrialisierung, immer mehr Autos, usw). Und genauso kann man dem ganzen auch entgegenwirken: jeder muss etwas tun! Jede kleine Tat hilft und nicht nur hoffen, dass die Regierung/Industrie/Forschung etwas erfindet/entwickelt mit dem man ganz ohne weiteres Zutun - und vorallem auch ohne Änderungen des Lebensstils - alle Klimaprobleme löst. Denn so wird es vermutlich nicht laufen... leider.

Am nachfolgenden Tag fand im Ort das Knutfest statt, d.h. ein großer Berg Weihnachtsbäume wurde verbrannt. Da muss man sich doch fragen: sowohl das Fällen als auch Verbrennen der Bäume kann doch wohl kaum zur Besserung der Situation beitragen. Schon klar: einige werden argumentieren, dass durch das Verbrennen nicht mehr CO2 entsteht als die Bäume beim Wachsen aus der Luft gefiltert haben, und es dadurch "Klimaneutral" ist. Ob das stimmt weiß ich nicht, wage aber die Gesamtrechnung anzuzweifeln. Außerdem: was wäre so schlimm daran, wenn die Bäume weiter wachsen könnten, weiter die Luft reinigen und zusätzlich auch kein CO2 durch Verbrennen entstehen würde? Dann hätten wir wirklich etwas bewirkt und die Bilanz verbessert. Wenn dann auch noch der Weihnachtsbaum nach dem Fest wieder eingepflanzt wird sind wir wieder einen Schritt weiter -- und ich denke dieser Schritt ist klein genug damit ihn jeder gehen kann.